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Der weiße Blick des Wolfes

Sie sind nahe. ?ber die Felder hinweg tr?gt der Wind ihre Stimmen in den Wald hinein und selbst aus der Entfernung klingt ihr Lachen voller Hohn. Die M?nner wissen, sie haben leichtes Spiel: Die Spur der beiden W?lfen sagt ihnen, dass das Weibchen alt ist und zu schwach, um eine Flucht zu ?berstehen. Siegessicher klopfen sich die J?ger auf die Schultern - noch vor Einbruch der Dunkelheit werden sie daheim sein, die Pelze der letzten wilden W?lfe S?d-Norwegens als Beute im Gep?ck...
Wer unter ihnen letztlich auf die Idee kommt, den Jungen vorauszuschicken, um die W?lfe zu erlegen, k?nnen die M?nner sp?ter nicht mehr sagen. Doch wie auch immer es gewesen sei, als das Kind in den Schatten der B?ume hineinritt, das Gewehr im Anschlag, klingen ihm nach die Worte seiner Kameraden in den Ohren: "Du bist 14 Jahre alt - es ist Zeit, dass du zum Manne wirst. Geh, und t?t diese Bestien." Der Junge wei?, er darf kein Feigling sein - wenn er zur?ckkehrt, dann nur als Sch?tze, der seine Bluttaufe bestanden hat. Dennoch: "H?te dich vor dem Wolf", hatte ihn schon sein Gro?vater gelehrt und schaudernd erinnert sich der Junge an die vielen Geschichten, in denen W?lfe Menschen in St?cke gerissen haben sollen. So, in Gedanken versunken, merkt er viel zu sp?t, dass die Feinde lange vor ihm stehen. Es sind zwei Tiere, die dort lauern mit angelegten Ohren und gefletschten Z?hnen. In Sekundenschnelle erhebt der Junge sein Gewehr und ohne zu z?gern, so, wie er es gelernt hat, liegt sein Finger auf dem Abzug.

"Dr?ck ab", befiehlt sein Gehirn "Dr?ck ab und sei ein Held." Doch irgendwas in den Augen dieser Tiere l?sst ihn innehalten: ist es das B?se, das er dort sieht? Oder in Wahrheit nur die Furcht vor dem Menschen, der sie seit Anbeginn der Zeit gejagt hat? Genau wird der Junge es nie sagen k?nnen, denn in diesem Moment hallt das Gel?chter seiner Kameraden durch den Wald. Schlie?lich sind auch sie der Spur gefolgt und der Junge wei?, sie werden zu Ende bringen, was er nicht getan hat. Er legt an und feuert. Sp?ter wird er sagen, er habe die W?lfe verfehlt. Nat?rlich werden die M?nner ihn auslachen, ihn einen Feigling nennen, doch das ist ihm egal. Er blickt den fl?chtenden Tieren nach und er wei?, sie h?tten ihn t?ten k?nnen, von dem Moment an indem er den Wald betrat. Doch sie haben es nicht getan - und das ist f?r den Jungen Wahrheit genug...

18.8.05 12:08
 


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